Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

MPC OFFEN PRODUKTENTANKER FLOTTE – Erste Beteiligungsgesellschaft CPO Produktentanker mbH & Co. KG

MPC OFFEN PRODUKTENTANKER FLOTTE – Erste Beteiligungsgesellschaft CPO Produktentanker mbH & Co. KG

Auch um den MPC Offen Produktentanker Flottenfonds steht es derzeit schlecht. Den betroffenen Anlegern droht der Totalverlust. Es gibt kaum noch Hoffnung.

 

Der Brancheninformationsdienst fondstelegramm schreibt:

 

„Das Anlegerkapital in der CPO Produktentanker Flottenfonds dürfte verloren sein."


Die Ursache der Schieflage hat viele Gründe. Ein wichtiger Grund ist wohl darin zu sehen, dass von Anfang an keine Festcharter, die für den Vertragszeitraum Einnahmesicherheit garantiert hätte, vereinbart war. Die Einnahmen aus dem sog. Einnahmepool waren von Beginn an den wirtschaftlichen Marktschwankungen unterworfen. Bereits  Anfang 2010 lagen diese um mehr als 50 Prozent unter dem prospektierten Wert von 20.850 US$ je Schiff und Tag. 18.000 US$/Tag und Schiff wären laut fondstelegramm erforderlich, um die Kosten zu decken und planmäßig zu tilgen. Erhebliche Tilgungsrückstände sind die logische Konsequenz.

 

Daran, dass die Fondskalkulation für den Fonds MPC Offen Produktentanker Flottenfonds mit der erforderlichen kaufmännischen Sorgfalt aufgestellt worden ist, ergeben sich zumindest ernsthafte Zweifel. Diese Zweifel wurden auch vom OLG Naumburg in einem Urteil gegen die Sparkasse Wittmund bestätigt. 


Schadensersatz für Schiffsfondsanleger: OLG Naumburg und OLG Celle verurteilen beratendes Kreditinstitut zum Schadensersatz.


Das OLG Celle hat mit Beschluss vom 07.02.2013 (– 3 U 187/12 -) die Sparkasse Hannover zum Schadensersatz verurteilt. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist die beratende Bank verpflichtet, den Anleger über sog. Rückvergütungen („Kick-Backs“) aufzuklären. Bei der seinerzeitigen Zeichnung verschwieg das Kreditinstitut den Erhalt von Rückvergütungen in Höhe von 11 %.

 

Ebenso verurteilte das OLG Naumburg die Sparkasse Wittenberg zum Schadensersatz wegen fehlerhafter anlage- und anlegergerechter Beratung. Die Sparkasse hat den geschädigten Anlegern diese Kapitalanlage als Produkt für eine Altersvorsorge empfohlen. Aus den Entscheidungsgründen des Urteils geht hervor, dass diese Schiffsbeteiligung den Anlegern nicht hätte zur Altersvorsorge empfohlen werden dürfen. Ebenso hätte die Bank auf die hohe Fremdkapitalquote von 64,42 % und die Kapitalbeschaffungskosten von 21,42 % hinweisen müssen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) muss über Kosten in einem Rahmen von mehr als 15 % in jedem Fall aufgeklärt werden.

 

Das Gericht war überdies der Auffassung, dass die Bank die Rentierlichkeit der Kapitalanlage selbst hätte überprüfen müssen. Bei der versprochenen Ausschüttung von 7,5 % pro Jahr und einem Anteil an Kapitalbeschaffungskosten von mehr als 21,42 % hätte die Bank den Anleger darüber aufklären müssen, dass schon jährlich Renditen im zweistelligen Bereich hätten erzielt werden müssen, um hier die erwünschte Rendite von 7,5 % zu erreichen.

Eine Bank, die hierüber nicht aufkläre, so das OLG Naumburg, verletze ebenfalls ihre Verpflichtung zur anlagegerechten Beratung.

 

Fehlerhafte Beratung


Bei der Beteiligung an dieser Gesellschaft handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung mit erheblichen Verlustrisiken, die bis hin zum Totalverlust der Einlage und im denkbar schlechtesten, aber durchaus realistischen Szenario, zur Rückzahlung der bereits erhaltenen Ausschüttungen reichen.

 

Die Anleger hätten nicht in den Irrglauben einer immer weiter boomenden Schifffahrt gelassen werden dürfen. Ebenso hätten die Anleger über die sogenannte „105%“-Klausel und der „Loan-to-Value“ Klausel, die sich in den Kreditverträgen der Fremdfinanzierungsverträge befindet, aufgeklärt werden müssen, da die Kreditinstitute bei Greifen einer solchen Klausel entweder ein sofortiges Kündigungsrecht mit verheerenden Folgen für die Gesellschaft mit sich bringt oder aber weitere Sicherheiten von den Kommanditisten, meist in Form von Liquidität,  verlangen kann.

 

In vielen Fällen haben geschädigte Anleger daher die Möglichkeit, sich von dieser Beteiligung zu lösen, wenn sie entweder nicht anlage- oder anlegergerecht beraten worden sind. Dass dieses in vielen Fällen nicht der Fall gewesen ist, spiegeln die Urteile des OLG Celle und des OLG Naumburg wieder, die auf eine Vielzahl von Einzelfällen angewendet werden können, da in der Regel die Beratung der Kreditinstitute gleich oder ähnlich abgelaufen ist.

Dr. iur Jan-Michael Rädecke Dr. iur. Christoph R. Wolter, MLE Jörg Offenhausen


 

STRASSE PLZ ORT TelefonTELEFON TelefaxTELEFAX © COPYRIGHT